Progressive Retinaatrophie
zurück
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist charakterisiert durch ein langsam fortschreitendes (= progressives) Absterben (= Atrophie) der Netzhaut (= Retina).
Die genetischen Ursachen sind variabel, dementsprechend finden sich unterschiedliche Genmutation bei verschiedenen Hunderassen.
Klinisch können zwei Verlaufsformen der PRA beobachtet werden. Die dysplastische Form manifestiert sich bereits im Welpenalter, wohingegen die degenerative Form erst im höheren Alter auftritt.
Progressive Retinaatrophie beim Irisch Setter
Beim Irish Setter wird die auch als Rod-cone-dysplasia type 1 (rcd1) bezeichnete Erkrankung durch die Degeneration der Photorezeptoren hervorgerufen. Ursächlich führt eine Mutation im kodierenden Gen für die Phosphordiester-beta-Untereinheit zur dysplastischen Form der Erkrankung. Der Erbgang ist autosomal rezessiv, d.h. Hunde mit nur einen defektem Gen, sogenannte Anlageträger, erkranken selber nicht, geben aber das defekte Gen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Werden nun zwei Anlageträger miteinander verpaart, besteht die Gefahr, dass einige der Nachkommen von der progressiven Retinaatrophie betroffen sind.
Progressive Retinaatrophie beim Cardian Welsh Gorgi
Der Cardian Welsh Gorgi erkrankt an der sich früh manifestierenden dysplastischen Form der Augenerkrankung, d.h. Hunde mit diesem genetischen Defekt erblinden oft vor dem Erreichen des ersten Lebensjahres. Ausgelöst wird die progressive Retinaatrophie bei dieser Hunderasse durch einen genetischen Defekt im kodierenden Gen für die Phosphordiester a-Untereinheit (PDE6A-Gene). Im Gegensatz zum Irisch Setter wird die Augenkrankheit auch als rod-cone-dysplasia type 3 (rcd3) bezeichnet. Der Ergang ist autosomal rezessiv.
Progressive Retinaatrophie beim Bull Mastiff und English Mastiff
Beide Hunderassen sind von der degenerativen Form der progressiven Retinaatrophie betroffen. Hervorgerufen durch eine Mutation im caninen Rhodopsin Gen wird dieser genetische Defekt autosomal dominant vererbt. Bei diesem Vererbungsgang existieren keine Anlageträger, da auch Tiere mit nur einem defekten Gen an der degenerativen Form im Laufe ihres Lebens erkranken werden.
Vorteile des Gen-Tests
Mit dem angebotenen DNA-Test kann das mutierte Gen direkt nachgewiesen werden. Weiterhin können alle gesunden Hunde von den Anlageträgern unterschieden werden. D. h. Hunde mit nur einem defekten Gen können vorbeugend aus der Zucht genommen werden, wodurch die Verbreitung des defekten Gens eingeschränkt wird.
weiterlesen
Was wird für den Gentest benötigt und wie lange dauert die Analyse?
Für den Test wird 1 ml EDTA-Blut benötigt.
Innerhalb von 7 Tagen nach Posteingang erhalten Sie einen schriftlichen Befund über das Ergebnis des Gen-Tests..
|