Mikrobiologische Wasseranalyse
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Die Qualität des Wassers hängt neben den physikalisch/chemischen
Bedingungen auch von den im Wasser vorkommenden Mikroorganismen ab.
Ist deren Anzahl zu hoch oder treten bestimmte Krankheitserreger vermehrt
auf, schwächt dies die Abwehrkräfte der Fische und erhöht
das Risiko ernster Erkrankungen.
1. Bestimmung der Keimzahl im Wasser (Koloniezahl
= KBE/ml)
Der Keimdruck im Wasser ist das wichtigste
mikrobiologische Kriterium für die Wasserqualität.
Mit der Bestimmung der Koloniezahl werden die vermehrungsfähigen
Keime nachgewiesen, die sich aus der zu untersuchenden Wasserprobe
im sogenannten Plattengussverfahren bei einer festgelegten Bebrütungstemperatur
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes unter aeroben Bedingungen
entwickeln.
Die Koloniezahl wird als Indikator für die organische Gewässerbelastung
verwendet. Entsprechend dem Gehalt an organischen, bakteriell abbaubaren
Substanzen steigt die Koloniezahl der saprophytischen Keime. Die
Koloniezahl steht daher in direkter Beziehung zur Gewässergüte.
2. Nachweis von Indikatororganismen (Enterobakterien,
Aeromonaden, Pseudomonaden)
Indikatororganismen sind Mikroorganismen, die aufgrund ihres Vorkommens,
insbesondere durch die Häufigkeit ihres Auftretens, Rückschlüsse
auf die Wasserqualität und Kontaminationen ermöglichen.
Enterobakterien
Die große Gruppe der Enterobakterien ist Teil der natürlichen
Darmflora, die von Fischen ins Wasser ausgeschieden werden. Viele
Mitglieder dieser Bakteriengruppe sind medizinisch von großer
Bedeutung, da sie unterschiedlichste Krankheiten auslösen oder
übertragen können. Bei immungeschwächten Tieren können
sonst "harmlose" Enterobakterien sogenannte opportunistische
Infektionen auslösen, andere sind wiederum höchst aggressiv
und lösen schwerwiegende Krankheiten aus, die zum Tod des Wirtsorganismus
führen.
Aeromonaden/Pseudomonaden
Aeromonaden und Pseudomonaden sind natürlich
vorkommende Umweltkeime, die in geringen Mengen stets in allen Binnengewässern
vorhanden sind. Hohe Temperaturen mit gleichzeitig hohem Nährstoffangebot
begünstigen die explosionsartige Vermehrung der Bakterien.
Eine Massenentwicklung führt zu vermehrt auftretenden Wundinfektionen,
da sich der Infektionsdruck im Wasser erhöht. Fleckenartige
Hautrötungen, Ablösung der Schuppen und schwere Entzündungen
sind die Folge.
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