Entfernung der Zecke aus der Haut
In jedem Fall sollten Sie die Zecke so schnell wie möglich nach einem Stich entfernen. Das Risiko einer Borrelieninfektion steigt mit der Stichdauer stark an. Die Übertragungsrate von Borrelien auf den Wirt beträgt nach einem Tag ca. 30% und nach zwei bis drei Tagen annähernd 100%.
Die Zecke sollte mit einer feinen Pinzette direkt über der Haut erfasst und gerade und langsam herausgezogen werden. Vermeiden Sie eine Quetschung des Zeckenkörpers, da dadurch womöglich die Borrelien direkt in die Stichstelle gedrückt werden.Vermeiden Sie in jedem Fall das Beträufeln der Zecken mit Öl, Alkohol oder Klebstoff. Dieses Vorgehen kann zu einer verstärkten Speichelproduktion und somit zu einer erhöhten Erregerübertragung führen.
Lyme Borreliose Erkrankung
Zecken sind von großer medizinischer Bedeutung, da sie aufgrund ihrer Lebensweise eine Vielzahl von Krankheiten übertragen können. Dementsprechend sollte ein Zeckenstich wie eine Verletzung behandelt werden, mit der keineswegs leichtfertig umgegangen werden darf.
Die Zecke selbst nimmt die Krankheitserreger bei der Gewebebrei- und Blutmahlzeit auf. Anschließend gelangen die Keime über den Darm in die Speichedrüsen, um von dort aus bei der nächsten Blutmahlzeit über den Zeckenspeichel in den neuen Wirt zu gelangen. Hierdurch können Zecken zu Überträgern (Vektoren) für pathogene Mikroorganismen werden.
Erreger
Ausgelöst wird die Lyme-Borreliose durch das schraubenförmige Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten. Die Borreliose Bakterien kommen unter anderem in kleinen Nagern wie beispielsweise Ratten und Mäusen vor, von denen sie durch den Zeckenstich auf die unterschiedlichsten Lebewesen übertragen werden. Viele Tiere sind gegen die Borrelien immun, andere wie zum Beispiel Hund, Pferd, Rind und eben auch der Mensch sind nicht immun. Bisher wurden mit molekulargenetischen Analysen zehn verschiedene Genospezies des Erregers beschrieben, wovon bisher drei Arten als sicher humanpathogen gelten: B. burgdorferi sensu stricto (s.s.), B. garinii und B. afzelii. B. valaisiana wird als weitere humanpathogene Spezies zur Zeit diskutiert.
Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf der Lyme-Borreliose ist generell nicht eindeutig vorhersagbar, da je nach betroffenen Geweben unterschiedliche Verlaufsformen mit wechselnder Symptomatik auftreten.
Im Wesentlichen lassen sich aber drei Stadien der Erkrankung unterscheiden:
Stadium 1 wird kurz nach dem Zeckenstich durch die Vermehrung der Borrelien im Körper hervorgerufen. Grippeähnliche Symptome und eine sich ringförmig ausdehnende Hautrötung (Wanderröte) können in 50% der Fälle beobachtet werden.
Stadium 2 tritt häufig erst nach mehreren Wochen oder Monaten auf, wenn sich die Borrelien im Körper eingenistet haben. Kopfschmerzen, Schwindelattacken, Gelenkentzündungen und Herzrhythmusstörungen sind nur einige mögliche Symptome.
Stadium 3 ist durch chronische Entzündungen der Nerven und Gelenke (Lyme-Arthritis) gekennzeichnet und sehr schwer zu behandeln.